Nationalbank-Akteure sind für Kapitalerhöhung
Die Schweizer Finanzwelt bleibt im Banne der Milliardenverluste der UBS. Beruhigenden Kommentaren zur Sicherheit der Grossbank stehen dabei zunehmend dringlichere Appelle an die Aktionäre gegenüber, die Kapitalspritze aus dem Osten nicht zu bekämpfen. Der Vizepräsident der Schweizerischen Nationalbank (SNB), Philipp Hildebrand, brachte in der «NZZ am Sonntag» sogar das Landesinteresse ins Spiel. Die Rekapitalisierung der UBS mit 13 Milliarden Franken aus Staatsgeldern von Singapur und dem Nahen Osten sei «für die Kunden, für die Bank selber, für unser Land und auch für die Aktionäre ein wichtiger Schritt, um Vertrauen zu bilden und möglichst schnell zurück zur Profitabilität zu gelangen», sagte er.
Klage des Gliedstaats Massachusetts gegen Merrill Lynch
Immer mehr amerikanische Behörden befassen sich mit den Auswirkungen der Subprime-Krise. Im Mittelpunkt der Ermittlungen stehen regelmässig Merrill Lynch und die UBS, die beiden Hauptakteure im Geschäft mit der Verbriefung von minderklassigen Hypotheken. Die US-Staatsanwaltschaft in New York ermittelt im Zusammenhang mit der Subprime-Krise gegen die UBS. Wie das «Wall Street Journal» in seiner Online-Ausgabe am Wochenende unter Berufung auf gut unterrichtete Kreise berichtete, geht es dabei vorab um die Frage der angemessenen Bewertung von Hypotheken-Bonds und darum, ob die Bank ihre Kunden bewusst getäuscht hat. Es soll sich zunächst noch um Vorabklärungen handeln; Vorladungen («subpoenas») seien noch keine ergangen, hiess es weiter.
Unter der Lupe der SEC
Die Vorgänge an den Hypotheken- und Kreditmärkten und insbesondere die Verbriefung von minderklassigen Hypotheken und deren Verpackung in sogenannte CDO (Collateralized Debt Obligations) werden mittlerweile von verschiedenen Behörden untersucht. Vergangene Woche hat das Federal Bureau of Investigation (FBI) bestätigt, dass strafrechtliche Ermittlungen gegen 14 Unternehmen im Gange seien. Ob die UBS dazugehört, ist nicht bekannt; das FBI nannte keine Namen. Die Behörde Securities and Exchange Commission (SEC) hat bisher rund drei Dutzend Verfahren eröffnet. Die Ermittlungen der Wertpapieraufsicht gegen UBS und Merrill Lynch - die zusammen mit Citigroup zu den Hauptakteuren im Geschehen im Zusammenhang mit der Subprime-Krise zählen und bisher auch die weitaus grössten Abschreibungen auf solchen Wertschriften vornehmen mussten - haben kürzlich «formellen» Status erhalten; das bedeutet, dass die SEC Informationen und Aussagen erzwingen kann. Im Zentrum dieser Untersuchungen stehen ebenfalls Fragen der Bewertung der Bonds und der angemessenen Orientierung und Beratung der Investoren.
Klage als möglicher Präzedenzfall
Der Gliedstaat Massachusetts hat am Freitag gegen die Investmentbank Merrill Lynch eine zivilrechtliche Klage angestrengt. Es geht um die Anschaffung von CDO für das Konto der Stadt Springfield im Wert von 13,9 Mio. $. Der Wert dieser Position hat sich in weniger als einem Jahr auf 1,2 Mio. $ vermindert. Merrill Lynch willigte nach einem heftigen Disput am vergangenen Donnerstag ein, die Wertschriften zum Nennwert zurückzukaufen, so dass den Steuerzahlern von Springfield kein Schaden erwachsen würde. Die Stadtbehörden waren damit einverstanden, aber die Finanzmarktaufsicht von Massachusetts unter der Leitung von Staatssekretär William Galvin klagte dennoch, dies mit dem Argument, dass Merrill Lynch unangemessen und ungesetzlich gehandelt und die Risiken dieser «esoterischen» Wertschriften nicht ausreichend erklärt habe. Die Klage könnte Bussen und andere Strafen für Merrill Lynch zur Folge haben. Rechtsexperten zeigten sich erstaunt über den Vorstoss, der sich als Präzedenzfall in der Aufarbeitung der Subprime-Krise herausstellen und den Finanzinstituten einiges Kopfzerbrechen bereiten könnte. Separat von der Finanzaufsicht ermittelt auch der Generalstaatsanwalt von Massachusetts gegen Merrill Lynch und deren Verkäufe von CDO.
Die Milliardenverluste der UBS sind nach den Worten des ehemaligen Privatbankiers Hans Vontobel ein Problem für den ganzen Schweizer Finanzplatz. Die Bank Vontobel profitiere zwar von Kunden, die bei der UBS abwanderten, bestätigte der Ehrenpräsident der Bank in einem Interview des «Sonntags-Blicks». Kunden merkten, dass die Grösse kein Garant für Sicherheit sei. Dies sei aber ein schwacher Trost; was jetzt passiere, sei ein Fiasko für den Finanzplatz Schweiz. Die Grossbanken seien dem Wahn erlegen, globale Dienstleister sein zu können. Das sei aber sehr schwierig, denn in den USA herrschten ganz andere Wertvorstellungen. Er kritisierte auch die kurzfristige Ausrichtung des Finanzsektors auf Quartalsergebnisse und die Rolle der Medien bei der Bewertung der Resultate. Nötig seien aber nicht neue Regulierungen. (Tages Anzeiger et NZZ 04 février 08)
Prétendre qu’une augmentation du capital d'UBS serait dans l'intérêt du pays, comme le fait le vice-président de la BNS Philipp Hildebrand est un véritable scandale. Il faut rappeler qu'au début de la crise des subprimes, la BNS minimisait complètement son impact sur la Suisse...presque des peanuts. La BNS serait-elle donc devenue le caniche docile de l'UBS alors qu'on annonce déjà des pertes de plusieurs millions dans le 2e pilier? Aux USA, la SEC a déjà placé l'UBS dans sa ligne de mire pour avoir vendu des dérivés hypothécaires à un prix trop élevé. Dans le Massachussetts, la banque Merrill Lynch a déjà craché au bassinet et remboursé plusieurs million à la ville de Springfield, mais en Suisse c'est le calme plat comme d'habitude. Silence, on vous escroque! Comme dans la défunte Swissair, ce sont les contribuables travailleurs qui en seront pour leur frais. Le fantôme des fonds souverains s'est transformé quand a lui en gentil génie, sauveur providentiel d'une Heidi sonnée et privée des ses attributs. Et on ose encore parler - sans rire - de la nécessité de bonne gouvernance sans supplément de lois dans les salons feutrés du WEF à Davos. La révolte gronde, et le peuple exige des comptes et des têtes sur des piques....Ospel pour commencer.
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06 Février 2008 à 23:26 dans
- Economie
